"frei und wild - Aber kein Freiwild" Sexuelle Belästigung ist kein Kavaliersdelikt

Mit dem Start in die neue Karnevalssession freuen sich Karnevalistinnen und Karnevalisten allerorten auf heitere ausgelassene Stunden des Feierns, Schunkelns und den ein oder anderen Flirt.

Im Karneval gilt die Narrenfreiheit.

Die hat jedoch Grenzen! Da, wo beispielsweise ungewolltes Anfassen und Küssen zum Grabschen und zur sexuellen Belästigung wird. Für viele Frauen und Mädchen ist dies erfahrungsgemäß trauriger Alltag und findet nicht nur zu Karneval statt.

Dies zeigt die aktuell enorme  Resonanz auf den # metoo deutlich. Mit diesem Hashtag startete die Schauspielerin Alyssa Milano jüngst einen digitalen Aufschrei gegen sexuelle Belästigung und Gewalt, der millionenfach um die Welt ging.

Frauen helfen Frauen Beckum e.V. möchte mit der Aktion für dieses Thema - auch über Karneval hinaus - sensibilisieren, informieren und für eine klare Haltung gegen sexuelle Belästigung eintreten. 

Sexuelle Belästigung ist kein Kavaliersdelikt und seit der Reform des Sexualstrafrechtes 2016 sogar Straftatbestand.

 

Mit der Reform wurde der Grundsatz „Nein heißt Nein" gesetzlich verankert und stellt damit eine erhebliche Verbesserung für den Schutz der sexuellen Selbstbestimmung dar.

Nähere Informationen finden Sie HIER:  https://www.frauen-gegen-gewalt.de/vergewaltigung-verurteilen.html

 

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Informationsveranstaltung

Am  24.01.2018 - 20.00 Uhr laden wir zu einer Informationsveranstaltung ein.

Veranstaltungsort ist die Aula der Antoniusschule, Antoniusstr.5 in Beckum.

„frei & wild - Aber kein Freiwild

Informationsveranstaltung gegen sexuelle Belästigung

 

Die Veranstaltung hat zum Ziel zu sensibilisieren, zu informieren und für eine klare Haltung gegen sexuelle Belästigung einzutreten. Ein Thema werden die Änderungen im Strafgesetzbuch 2016 sein. Anhand praktischer Beispiele wird erläutert, welches Verhalten und welche Handlungen noch zulässig sind und welche einen Straftatbestand erfüllen und entsprechende Konsequenzen nach sich ziehen können. Sexuelle Belästigung ist seit der Reform des Sexualstrafrechtes 2016 sogar Straftatbestand. Des Weiteren werden Informationen über die Folgen für Betroffene und die Möglichkeiten der Hilfe und Unterstützung gegeben.

 

Es referieren:

Kriminalhauptkommissar Frank Niehues (Kreispolizeibehörde Warendorf, Schwerpunkt Sexualdelikte)

Gabriele van Stephaudt, Mitarbeiterin der Frauenberatungsstelle Beckum.

 

Eine Kooperationsveranstaltung von Frauen helfen Frauen Beckum e.V., der

Gleichstellungsstelle der Stadt Beckum und der Kreispolizeibehörde Warendorf.

 

Die Veranstaltung richtet sich an alle interessierten Karnevalisten und Karnevallistinnen, Karnevalsvereine und Interessierte. Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen gibt die Frauenberatungsstelle/Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt.

Tel.: 02521-16887

 

HIER (381.20 kb) gehts zum Flyer!

 

 

Was ist sexuelle Belästigung?

Laut Definition des Europäischen Parlaments (Richtlinie 2006/54/EG (Gleichbehandlungsrichtlinie vom  5. Juli 2006) ist sexuelle Belästigung „jede Form von unerwünschtem Verhalten sexueller Natur, das sich in unerwünschter verbaler, nicht-verbaler oder physischer Form äußert und das bezweckt oder bewirkt, dass die Würde der betreffenden Person verletzt wird(...)" Die Betonung liegt hier auf „unerwünscht".

Sexuelle Belästigung ist immer ein einseitiges und unerwünschtes  Verhalten! 

Die Verantwortung für diese Grenzüberschreitungen tragen die Belästiger!

Sexuelle Belästigung beginnt dort, wo signalisierte Grenzen überschritten werden und Frauen und Mädchen zum Sexualobjekt degradiert werden.

 

  • Sexuelle Belästigung ist kein Kompliment!
  • Sexuelle Belästigung ist kein Flirten!
  • Sexuelle Belästigung ist Machtmissbrauch!

 

Wo findet sie statt?

Sexuelle Belästigung tritt sowohl im öffentlichen Raum (Straße und Plätze, Gaststätten, Institutionen) auf, als auch im privaten Bereich.

 

Wer ist betroffen?

Sexuelle Belästigung ist eine weit verbreitete Form der Diskriminierung von Frauen. Frauen und Mädchen jeden Alters und jeder Position können Opfer sexueller Übergriffe werden.

Eine repräsentative Untersuchung der Bundesregierung aus dem Jahr 2004 (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend - Studie zur Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland, 2004)

kommt zu dem Ergebnis, dass 58,2 % aller Frauen, also mehr als jede zweite, solche Übergriffe erlebt haben. Fast jede vierte der befragten Frauen hat mindestens einmal eine sexualisierte Belästigung oder einen sexualisierten Übergriff im Kontext von Arbeit, Schule und Ausbildung erlebt.

Meistens sind Frauen und Mädchen die Opfer von sexueller Belästigung, während die Täter fast ausschließlich Männer sind.

 

Welche Folgen hat sexuelle Belästigung?

Betroffene erleben sexuelle Belästigung als störend, beleidigend und erniedrigend.

Sexuelle Belästigung löst Scham, Schuld und Angst aus.

Die Erfahrung kann zu Unbehagen, Stress und Verunsicherungen führen bis hin zu anhaltenden Angstzuständen, Depressionen und psychosomatischen Beschwerden.

 

Was können Sie tun, wenn Sie sexuell belästigt werden?

Jede Situation ist anders und daher gibt es keine Patentlösung.

Nur die Frau/das Mädchen kann entscheiden, wann ein Annäherungsversuch unerwünscht ist und ihre persönlichen Grenzen überschritten werden.

Darum:

  • Nehmen Sie ihre Empfindungen ernst!
  • Haben Sie keine Scheu davor als prüde, humorlos oder zu empfindlich zu gelten!
  • Schaffen Sie klare Verhältnisse und zeigen Sie dem Gegenüber deutlich, dass Sie kein Interesse haben und das Verhalten unerwünscht ist!
  • Sprechen Sie jemanden an, der Sie unterstützen könnte.

(Freunde, Personal, Security, Umstehende)

 

Für weitere Informationen und Unterstützung melden Sie sich gerne bei uns!

02521-16887

info@fhf-beckum.de